Freitag, 1. Mai 2009

WOW! Ich bin vom Nordpol zurück!!!

Was für ein Traum!


14 Monate Vorbereitungszeit und dann war es für knapp 280 Menschen soweit: Ein Airbus A330-200 wurde für seine vermutlich ungewöhnlichste Flugroute startklar gemacht. Pünktlich um 6.00 Uhr deutscher Zeit öffneten die AirBerlin Check-In Schalter am Flughafen Düsseldorf für Flug AB 1111 zum Nordpol.


Staunend und ungläubig blickten viele zu anderen Destinationen Reisende auf die Anzeigetafeln. „Fliegen die wirklich zum Nordpol“? „Was wollen die denn da“?


Der Punkt Null des Planeten Erde wurde am 6. April 1909 vom Amerikaner Frederick Albert Cook erorbert. Und nun? Fast auf den Tag genau 100 Jahre später startet um 8.00 Uhr MEZ der Airbus in den bewölkten Düsseldorfer Himmel. Vorbei an Helgoland, Dänemark über Norwegen und Spitzbergen ging es in die unendliche Weite und Heimat der Eisbären. Der Wettergott beging das Jubiläum übrigens auf seine eigene Weise: Fast durchgehend strahlte die Sonne. Völlig ungewöhnlich für das Gebiet der Arktis, wo der Himmel teilweise nur an 10 Tagen die freie Sicht zum Himmel freigibt, strahlte sie, als wäre ihr letzter Tag angebrochen und verscheuchte alles, was ihr dabei in die Quere kam. Die regelmäßigen Tiefflüge des AirBerlin Piloten schienen der Sonne jeweils das Signal zum „freipusten“ zu geben. Herrlich freie Sicht ermöglichte den Expeditionsteilnehmern fast immer freie Sicht auf diese bizarre, unwirkliche und faszinierende Welt.


Niemand der Reisenden dachte vermutlich daran, dass außer 4.087 km tiefes Wasser im Nordpolarmeer sich nichts unter ihnen befand, als sie den Schnittpunkt der Erdachse mit der Erdoberfläche erreichten. Aus dem während des ganzen Fluges zugänglichen Cockpits begann ein Mitarbeiter des Veranstalters AirEvents.de mit dem herunterzählen des „Nordpol-Countdowns". Anlassgemäß wurden alle Reisenden mit einemr Picollo-Flasche Champagner versorgt. Am „Punkt Null“ stießen fast 300 Menschen miteinander auf ihre Zielerreichung an. Der Pilot drehte 2 Links- und eine Rechtskurve und reiste mit den Gästen mit 600 km/h innerhalb von 100 Sekunden durch alle Längengrade und Zeitzonen, quasi einmal um die Welt. Von hier aus gab es nun nur noch eine Reiserichtung: Nach Süden! Ob nach Russland, in die USA, nach Europa...die Reisedauer von hier ist fast gleich. Man fühlte sich plötzlich im Mittelpunkt der Welt. Die Fotoapparate klickten um die Wette: „Wir haben es geschafft“!


Nach dem Hauptevent ließ die Faszination aber nicht nach: Über 1 Stunde flog der Airbus an der größten Insel der Welt an Ostgrönland vorbei. Auch hier über dem Küstenstreifen gab die Sonne alles. Mit der „Station Nord“ auf Grönland liegt die nördlichste Forschungsstation der Welt und gleichzeitig abgesehen von der Arktis einer der abgelegensten Ort der Welt. Ganz außergewöhnlich gute Wetterverhältnisse erlaubten allen Teilnehmern imposante Blicke. „Ahhh´s“ und „Ohhh´s“ waren in dem 59 Meter langen Flugzeug die am häufigsten benutzten Ausrufe. Der berühmte Elefantengletscher zeigte, wie das Eis quasi wie Pudding an ihm entlang läuft. Faszination pur durchströmte die Expeditionsteilnehmer. Über Island ging es dann zurück in den üblichen Jetstream und über dem Atlantik erhielten alle Gäste ein typisch arktisches Menü serviert.


Was hatten nun die Teilnehmer nun von ihrer Expeditionsreise? Sind sie klüger geworden? Haben sie an Erfahrung gewonnen? Hatten die Reisenden auf eine bestimmte Art und Weise alle irgendwie „einen Knall“? Möglich. Vielleicht trägt die „Erfahrung Nordpol“ dazu bei, das Bewusstsein über die eigene Vergänglichkeit zu schärfen, die hier tatsächlich noch unberührte Natur zu genießen, und das eigentliche Leben auf das Wesentliche zu lenken. Der Nordpol dreht sich auch die nächsten Jahrmillionen unberirrt weiter und weiter, genau wie seit Jahrmillionen. Eines ist aber auch klar: Das Erlebnis Nordpol hat man nur einmal im Leben. Es ist schon spannend, nur ein Buch über die Arktis in die Hand zu nehmen. Sie selbst zu sehen ist gewaltig.


Aus Sicht der deutschen Zollbehörden handelte es sich bei Flug AB 1111 Düsseldorf-Nordpol-Düsseldorf übrigens formal mit über 10.000 km in über 12 Stunden um den längsten innerdeutschen Nonstopflug (!), auf dem der Verkauf von zollfreier Ware verboten war. Irgendwie lustig, wie weit die Arme des deutschen Zollls reichen. Diese Arktisexpedition war jedenfalls für alle Teilnehmer eine der aufregendsten ihres Lebens mit starkem Unvergesslichkeitsfaktor.


Für Sebastian Schmitz vom Veranstalter AirEvents.de ist nach diesem Erfolg eines klar: Natürlich startet man am 1. Mai 2010 zum nächsten Kurs in Richtung Nordpol. Dem Nordpol war die Ankunft der 280 Nordpolverrückten übrigens relativ schnuppe: Er dreht sich als Dach der Welt einfach weiter.


Weitere Bilder gibt’s hier:

http://picasaweb.google.de/marcway/Nordpol?authkey=Gv1sRgCK2ol9z4qIjKfw&feat=directlink

Es geht looooossss!


Pünktlich um 6.00 Uhr begann heute, 100 Jahre nach der Ersteroberung des Nordpols der CheckIn für Flug AB1111 von Düsseldorf zum Nordpol :-).


Montag, 27. April 2009

Am 1. Mai ...

fliege ich zum Nordpool. Und werde dann an dieser Stelle ausführlich davon berichten :).